Zweite Entwicklung (1861-1870): Das Pedalveloziped Der "zweite" Startschuss für die Fahrrad-Werdung fiel Anfang der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts in Frankreich. Eigentlich mit einer simplen Neuerung: Am Vorderrad einer Laufmaschine wurden Tretkurbeln mit Pedalen befestigt. Es ist allerdings nicht geklärt, wer zuerst Kurbeln an der Laufmaschine anbrachte und so das erste pedalangetriebene Zweirad entwarf. Die Antwort liegt unter einem Berg widersprüchlicher Behauptungen verborgen, die von Fabrikanten, Fahrradhistorikern und Radbegeisterten aufgestellt wurden. Warum es annähernd ein halbes Jahrhundert für den Schritt von der Laufmaschine zum pedalangetriebenen Zweirad bedurfte, ist ebenfalls nicht klar. Möglicherweise brauchte es seine Zeit, um die weit verbreitete Balancierangst zunächst beim Mode gewordenen Rollschuhfahren zu überwinden und endlich die Füße vom sicheren Boden auf Pedale zu setzen. Die Vélocipède, wie die neuen Gefährte hießen, traten einen Siegeszug um die ganze Welt an. Überall wurden Rennen gefahren - auch unter Frauen. In Frankreich stellte Pierre Michaux 1867 in Paris sein Fahrradmodell vor. 1869 gründete er die erste Fahrradfabrik der Geschichte und produzierte bis zu 200 Vélocipède pro Tag. 1870 brach die französische Vélocipède -Industrie jedoch über Nacht zusammen, als preussische Truppen das Land besetzen. England nutzte diese Lücke und stieg ins Fahrradgeschäft ein. In einer Nähmaschinenfabrik in Coventry wurden Vélocipède nach französischer Art ins Sortiment aufgenommen.
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