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Draisine E-Mail
1817 erfand der badische Forstbeamte Freiherr Karl von Drais eine Laufmaschine, um längere Strecken schneller zurückzulegen. Nach ihrem Erfinder hießen die Laufmaschinen Draisinen (heute auch für kleine Streckenfahrzeuge der Eisenbahn), ihre Fahrer Draisinenreiter. Die Laufmaschine mutet uns heute fast banal an. Doch die Idee, dass zwei Räder zur Fortbewegung reichen, wenn nur der Fahrer mit einer Lenkung aktiv balancieren kann, war der Schlüssel zum modernen Fahrrad. Da Karl von Drais verbeamtet war, durfte er seine Erfindung nicht kommerzialisieren (wie heute gab es auch damals ein Nebentätigkeitsverbot!), sondern lediglich Lizenzen für den Nachbau vergeben. Raubkopien der Draisinen waren bald in der ganzen westlichen Welt zu finden. Der Laufmaschinen-Boom - in Gedichten und Stichen vielfach gehuldigt - währte allenfalls zwei Jahre. Zum Ende des Sommers 1819 hörte man kaum mehr von neuen Draisinen-Fans. Viele wurden von Balancierschwierigkeiten und schlechten Straßen entmutigt. Meist benutzten die Fahrer daher die Gehwege, woraufhin die Ordnungshüter das Fahren auf Gehwegen mit Geldstrafen zu ahnden begannen. Manche Fahrer weigerten sich auch, Unfälle oder verursachte Verletzungen zu verantworten: Nicht ihre Unaufmerksamkeit sondern die Maschine war schuld.
 
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